Der Strohhut

Ein einsam Strohhut flog
auf langem Feldweg still dahin
nichts störte seinen Flug
eine Schwalbe war des Hutes Kämpe
mein Aug hing an des Hutes Krempe

Ein störrisch Ast kreuzt seinen Weg
verfangen und in Geiselhaft
durch des Baumes wilde Schar
Oh welch Schicksals harter Schlag
gleich dem meinen, das ich still ertrag

Der Schwalbe ruf im Wind verhallt
schwer wird ihr der freie Flug
verraten scheint der Freundesbund
und Freiheit als Vergangenheit
fast zerspringen will mein Herz vor Leid

Ein Wind erhebt sich im Dunkel dort
ein Sturm und reißendes Fanal
der Ast zerbricht, den Ketten gleich
Der Freiheit Sturm erfasst den Hut
die Schwalbe singt mit neuem Mut

(1992)

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