Die hussitische Heraldik kommt, sicher auch bedingt durch die kurze Zeitperiode, in der sie sich entwickeln konnte, mit wenigen, zum größten Teil christlichen Symbolen aus.
Der Kelch
Das wichtigste Kennzeichen der Hussiten war der Kelch als Symbol des Abendmahls in bei-derlei Gestalt (Hostie und Wein). Dem Kelch werden oft verschiedene andere Symbole bei-gegeben (Hostie, Gans, Dornenkranz).
1 Kelch mit Hostie; 2 Kelch mit Dornenkranz der Gemeinde Tabor im Felde; 3 Kelch mit Flegel und Schwert der Gemeinde Tabor
Die Gans
Die Gans stellt in ihrer Bedeutung als sprechendes Wappen Johannes Hus dar (Hus = Gans). Auch sprachlich wurde die Gans als Anspielung auf Hus benutzt. Zitate, wie die Gans haben wir gebraten und so weiter, sind viele überliefert. Hus selbst soll das Wortspiel benutzt haben „…sie werden jetzt eine Gans braten; aber über hundert Jahre werden sie einen Schwan sin-gen hören, den sollen sie leiden. Da soll's auch bei bleiben, ob Gott will …“ Später legt Luther den Schwan als Symbol für sich aus. Das Symbol der Gans findet man heute noch in alten protestantischen Kirchen, dann als Beigabe zum Schwan.
1 Fahne mit Gans; 2 Trinkende Gans
Farben
Wenn man im Museum von Tabor die Fahnen der Hussiten sieht, sind diese vorwiegend gelb auf rotem Grund. Die Fahnen wurden auch in unterschiedlichen Farben als Kennzeichnungen in Marschkolonnen (Wagenburg) angewandt.
1 Hussitische Banner; 2-3 Signalflaggen (Wagenburg); 4 Banner mit Motto „veritas vincit“ = „Wahrheit siegt“
Literatur:
Tracht Wehr und Waffen, Wagner, Drobna, Durdik, Dover, Publications 2000
Hussitisches Heerwesen, Durdik, Prag, 1954
Die Hussitische Revolution; Smahel, Hannover 2002
Luther mit dem Schwan, Lutherhalle Wittenberg 1996, S. 9
Siehe auch:
Autor: Holger Herzog; Trivium