Hussitenfest Bernau

Das Hussitenfest Bernau findet seit 1992 immer am 2. Juniwochenende statt. Dieses Fest geht auf den Einfall der Hussiten in die Mark Brandenburg im Jahr 1432 zurück. Am 23.04.1432 sollen die Hussiten es nicht geschafft haben, die Stadt Bernau zu erobern. Schon im Jahr 1433 wurde diesem Ereignis zum Gedenken in einer Dankprozession, von Kirche Sankt Marien zu der Sankt Georgs Kapelle (1432 durch die Hussiten zerstört) und wieder zurück, gedacht. Diese Tradition wurde trotz Reformation bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts beibehalten.

Um das Jahr 1876 war es Emil Jakobsen, der, gemeinsam mit Adolf Wernicke und Rudolf Böhme, die Idee zu einer Umgestaltung dieser Tradition hatten. 1882 fand dann der erste Umzug in mehr oder weniger historischen Kostümen statt. Im selben Jahr wurde ein Theaterstück „Hussiten vor Bernau“ im Saal des „Elysiums“ (Heute befindet sich hier die Stadthalle) aufgeführt. 1905 wird von Rudolf Lorenz ein Freilichttheater angeregt. Für dieses Theaterstück wurde eine Freilichtbühne mit 3024 Sitzplätzen errichtet. Es spielten etwas mehr als 500 Darsteller. Auch dieses Stück hatte den Titel „Hussiten vor Bernau“. Diese Festspieltradition wurde bis zum Ende der 30er Jahre beibehalten. Durch das nationalsozialistische Regime wurde das Hussitenfest zum Teil zu einer Propagandaveranstaltung.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges scheiterte der Versuch der Wiederbelebung des Hussitenfestes. Die Parkfestspiele von Bernau hatten schließlich keinen Bezug mehr zu den Hussiten.

1992 wurde das Hussitenfest wiederbelebt. Dabei trägt das Hussitenfest heute den Charakter eines Volksfestes. Es gibt einen Mittelalterteil, der sich kaum von den üblichen Mittelaltermärkten unterscheidet. Im Programmablauf bilden der Umzug durch die Stadt, in dem die Stadtgeschichte in Bildern dargestellt wird, und die Nachstellung der „Schlacht um Bernau“ den Höhepunkt. Das Samstagabendfestspiel, das direkt an die Traditionen vor dem 2. Weltkrieg anknüpft, hat in der kurzen Zeit einige Veränderungen erlebt. Zum Anfang war es als Theaterstück der FRAKIMA (eine städtische Kultureinrichtung) die Vorgeschichte zur Sonntagsschlacht. Durch die Trennung von der Schlacht erfuhr das Samstagabendfestspiel eine Veränderung. Die Hussiten spielten im Theaterstück keine Rolle mehr, es wurden Themen aus der Stadtgeschichte in den Mittelpunkt der Handlung gerückt.

Zwischen 2003 und 2006 wurden vier Festspiele aufgeführt, die sich wieder der Geschichte der Hussiten zugewendet haben. 2003 „Der Magister aus Hussinec“, 2004 „Sturm über Prag“, 2005 „Brüder im Feuer“ , 2006 „Von Brauern, Hussiten und anderen Bernauer Geistern“ ab 2007 wurde wieder auf Themen der Stadtgeschichte zurückgegriffen.

 
hussitenfest_bernau.txt · Zuletzt geändert: 2013/10/31 16:21 von stuenz
 
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