Immer wieder bekomme ich, und sicher auch andere, die Frage gestellt warum mache ich den Mittelalter. Besonderst die Presse ist da hartnäckig und ich kann mich des Eindrucks nicht erwähren, dass diese eine Antwort haben wollen, die von edlen Rittern und Burgfräulein erzählt und der guten alten Zeit. Mag sein, dass der eine oder andere dies als Beweggrund hat, aber so wirklich habe ich noch keinen getroffen der dies so sagen würde. Eher habe ich den Eindruck, dass dieser Frage mit allgemeiner Hilflosigkeit begegnet wird. Keiner fragt einen Briefmarkensammler, Fußballer, oder was es meist besser trifft, einen Laienschauspieler warum er sein Hobby ausübt. Darsteller in der Mittelalter-Szene ist ein Hobby, manchmal auch Beruf, wie jeder andere, mit allen Fassetten von intensiv bis oberflächlich.

Mittelalter als Hobby zieht viele Menschen an, da die Möglichkeiten so vielfältig sind, damit sind die Beweggründe ebenso vielfältig, die einen oder eine zu diesem Hobby bringen. Da gibt es den Typ Selbstdarsteller, der sich gern präsentiert, ein anderer Typ ist der der nach Austausch und Gesellschaft sucht und wieder andere kommen über den Kampfsport zum Mittelalter und so weiter. Selten ist es aber nur ein Grund. Der Anlass, der letztlich dazu führt den Schritt zu tun und sich in diese äußerst uneinheitliche Szene zu begeben, kann ebenso vielfältig sein.

Für mich bedeutet das Hobby Gemeinschaft, kreativ zu sein und die Möglichkeit mich selbst Darzustellen. Welchen Stellenwert die Beschäftigung mit geschichtlich relevanten Quellen dabei einnimmt liegt letztlich nur in mir selbst und der Gemeinschaft in der ich mich bewege Begründet.